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Auf diesen Seiten finden Sie Geschichtliches über Treffurt, Falken, Großburschla und Schnellmannshausen.
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Aus der Geschichte von Treffurt
Die Zeit der Gründung der Stadt Treffurt und der Burg Normannstein verliert sich im Dunkel der Sage. Erstmalig wurde Treffurt 1104 auf einer Urkunde des Erzbischofs Ruthard von Mainz genannt, als dieser in der "Zelle" bei Falken, wo "Pilgrim de Trifurte" als Zeuge genannt wurde, einen Altar weihte.
Um 1100 bauten die Treffurter Herren die Burganlage zum Schutz der drei Werrafurten, von denen die Stadt auch ihren Namen hat. Die Treffurter Ritter verstanden es, ihren Besitz ständig zu erweitern und hatten u.a. auch die Herrschaft über Spangenberg, der heutigen Partnerstadt von Treffurt. Anfang des 13. Jh. hat Treffurt wahrscheinlich das Stadtrecht erhalten.
Als die Ritter zu mächtig wurden, wurde 1333 die Stadt Treffurt und die Burg Normannstein von der vereinten Streitmacht der Mainzer, Hessen und Sachsen eingenommen. Nachdem 1334 die Treffurter Ritter wieder die Oberhand gewannen, entmachteten die vereinten Heere im Jahre 1336 die Ritter endgültig. Treffurt wurde daraufhin von je einem Amtmann der drei "Siegermächte" in einer sogenannten Ganerbschaft regiert.
Als Handwerk ist in dieser Zeit besonders das Töpferhandwerk hervorzuheben, das die weithin bekannte und geschätzte "Werrakeramik" herstellte. Im 13. und 14. Jh. gab es in Treffurt auch Weinanbau und es wurde sogar Wein an das englische Königshaus geliefert. In der Zeit des 30-jährigen Krieges ging aber der Weinanbau zu Grunde. Die Menschen lebten damals aber auch von der Landwirtschaft, was man heute noch in der Hessischen Straße an den vielen Toreinfahrten erkennen kann.
Im Jahre 1807 kommt Treffurt zum Königreich Westfalen und im Jahr 1815 zu Preußen. Treffurt gehörte von nun an zum Landkreis Mühlhausen. In dieser Zeit faßte die Zigarrenindustrie nach und nach Fuß in Treffurt.
Die Burg Normannstein wurde 1894 vom Rittergutsbesitzer Döring mit Unterstützung des Staates und der Denkmalpflege zur Gaststätte ausgebaut.
Im Jahr 1902 wurde die Eisenbahnlinie Treffurt - Eschwege eröffnet. und mit dem Bau der Bahnlinie Treffurt - Eisenach im Jahr 1907 und Treffurt - Mühlhausen im Jahr 1911 wurde das Werratal für den Tourismus erschlossen. Zu diesem Zweck wurde im Jahr 1922 eine Jugendherberge gebaut. Sehr viele Wanderer machten damals in Treffurt Rast.
In den 30-er Jahren entstand aus einer Kiesgrube das schöne Treffurter Freibad, das auch heute noch zu den schönsten der Region zählt.
Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich Treffurt von einem Ackerbürgerstädtchen zu einer Industriestadt. Im Zuge der Gebietsreform kam Treffurt im Jahre 1950 zum Kreis Eisenach.
Mit der Errichtung der Sperrzone im Jahr 1952, wurde Treffurt "eingeschlossen" und der einstmals bescheidene Tourismus fand ein jähes Ende. Wirtschaftlich wurde die Stadt zu einem Zentrum für die umliegenden Orte. Dominierend waren die Tabak- und die metallverarbeitende Industrie.
Nach der Wende trat die Stadt Treffurt aus ihrem Schattendasein heraus. Plötzlich liegt Treffurt wieder in der Mitte von Deutschland. Mit seinem mittelalterlichen Stadtkern und der schönen landschaftlichen Lage, wird Treffurt wieder von vielen Touristen besucht.
Im Jahr 1990 wurde das Rathaus restauriert und das vorhandene Fachwerk wieder freigelegt. Es zählt zu den schönsten Fachwerk-Rathäusern der Renaissance. Auch die Burg Normannstein wird seit 1995 umfassend saniert und lädt zu einem Besuch ein.
Im Zuge der Gebietsreform sind im Jahre 1993 die Gemeinden Schnellmannshausen mit Volteroda, Hattengehau und Schrapfendorf sowie Falken und im Jahr 1994 die Gemeinde Großburschla in die Stadt Treffurt eingegliedert worden. Damit hat die Stadt Treffurt jetzt ca. 6000 Einwohner.
Aus der Geschichte von Falken
Im Jahre 748 wurde die ursprüngliche Dorfkirche Hl. Bonifatius in Falken errichtet, aber erst im Jahre 932 war die erste Nennung von Falken als "Folchanaha"- Volk am Wasser. Die erste urkundliche Erwähnung war im Jahre 1104. Ruthard von Mainz, in Begleitung von Pilgern aus Treffurt, weiht in Falken eine Kapelle zu Ehren des heiligen Martin ein. Hierzu stiftete er noch diverse Liegenschaften aus der Umgebung in Gestalt von Wald, Land und Häusern, die Ruthard samt der Martinskapelle dem Peterstift in Erfurt übergab. Dieser Ortsteil heißt seitdem das "Güldene Stift".
Im Jahr 1336 wurde das Raubritternest Normannstein durch die vereinigten Heere aus Mainz, Hessen und Sachsen ausgeräuchert und Falken, das zum Besitz der Treffurter Ritter gehörte, unterliegt fortan einer Dreierherrschaft.
Während in dieser Ganerbschaft die Menschen nach Straßen und Häuser an die Herren aufgeteilt waren, gab es in Falken 70 Häuser, bei denen das nicht zutraf. Die Besitzer dieser Häuser hießen "Drittelsmänner", denn sie hatten an 3 Landesherren zugleich ihre Steuern zu entrichten.
Falken wird 1417 von den Mühlhäusern auf ihrem Kriegszug gegen das dem Peterstift Erfurt gehörende Kloster Zella völlig zerstört. Auch die Martinikirche fällt dem Kriegszug zum Opfer.
Der Sage nach, soll Thomas Münzer im Jahre 1525, zur Zeit des Bauernkrieges zu den Falkener Bauern von der Bauernkanzel, zwischen Falken und Frankenroda gesprochen haben.
1527beruft der Kurfürst Matthäus Böttner als ersten evangelischen Pfarrer. Im Jahre 1577 wird das älteste noch erhaltene Haus (Schlößchen) erbaut und 8 Jahre später das Haus "Auf der Mauer", der Wohnsitz des Herrn von Trotta.
Die Ganerbschaft wird 1815 aufgelöst, Falken kommt zum Kreis Mühlhausen. 1845 wurde eine Holzbrücke über die Werra gebaut und ab 1854 wurde in 3-jähriger Bauzeit der Flutgraben ausgehoben. 1861 wurde in Falken die Zigarrenfabrik gebaut, die bis 1964 bestand.
1863brannte der westliche Teil des Dorfes und die ehemalige Dorfkirche Hl. Bonifatius ab. Dabei wurden 50 Wohnhäuser und 141 andere Gebäude zerstört.
Im Jahr 1907 begann man mit dem Bau der steinernen Brücke über die Werra und im selben Jahr wurde in Falken der Bahnhof eingeweiht. 1909 wurde das Wasserkraftwerk und 1912 die neue Schule gebaut.
Im 2. Weltkrieg wurde Falken von 15 Bomben und 1 Luftmine getroffen, wobei 6 Todesopfer zu beklagen waren. Durch die deutsche Wehrmacht wurde am Kriegsende die Eisenbahn- und die Werrabrücke gesprengt. Zum Glück gelang die Sprengung der Werrabrücke nicht vollständig, so daß diese im Jahr 1956 mit einem Kostenaufwand von 242.000 Mark wieder aufgebaut werden konnte.
Falken wurde 4.4.1945 von den Amerikaner besetzt, die bis zu ihrer Ablösung durch sowjetische Einheiten am 7.7.45 im Dorf blieben.
1948wurde die Eisenbahn nach Treffurt abgebaut und 1952 kam Falken zum Kreis Eisenach. Im Jahr 1993 schloß sich die Gemeinde Falken der Stadt Treffurt an.
Aus der Geschichte von Schnellmannshausen
Schnellmannshausen taucht erstmals in einer Urkunde König Ludwig des Deutschen aus dem Jahre 874 auf. Hier wird Schnellmannshausen noch Snelmunteshusa genannt.
Dieser Ortsname läßt sich übersetzten mit: bei dem Hause des Snelmunt". Wenn diese Form zuverlässig ist, deutet er noch auf einen Einzelhof hin. Das Wort "schnell" hat neben seinem heutigen Sinn noch die Bedeutung kühn, streitbar. Das zweite Glied -munt, was in dem Wort "Vormund" noch erhalten ist, bedeutet "Beschützer"; damit ist "der kühne Beschützer" ein durchaus verständlicher Name.
In der zweiten bekannten urkundlichen Erwähnung 1104 wird der Ort schon Snelmanneshusen genannt.. Zunächst sagt uns die Mehrzahl -husen bei den Häusern, daß wir jetzt ein Dorf vor uns haben. Der Wechsel des ersten Namenteils darf nicht überraschen. Als der Name Schnellmunt nicht mehr bekannt war, machte man einen "Schnellmann" draus, das klang vertrauter.
Die Urkunde von 874 ist allerdings eine Fälschung, in Fulda etwa um 1050 hergestellt, um ältere Rechte der Abtei vertreten zu können. Immerhin ist auch die Fälschung älter als der 2. Beleg für "Snelmanneshusen"; außerdem liegt dieser Fälschung wohl eine ältere, verlorengegangene Vorlage zugrunde, da die Schreibung der Namen über die Zeit um 1050 zurückweist. Der sachliche Inhalt der Urkunde, daß Fulda in den genannten Orten um 1050 ältere Rechte besaß, ist kaum anzuzweifeln.
Die politische Teilung des Ortes geht vermutlich auf das Jahr 973 zurück. Die eine Hälfte des Ortes bekam Mainz, das es den Herren von Treffurt zu Lehen gab. Die andere Hälfte wurde mit Creuzburg und Hattengehau an die Grafen von Orlamünde gegeben, von denen es an Ludwig den Eisernen, Landgraf von Thüringen 1170 im Austausch mit Gutenberg in Hessen kam.
Die weitere Dorfgeschichte ist immer von dieser Grenze geprägt. Im wesentlichen wurde der Ort durch die Herren von Treffurt und ihren Erben - den Ganerben - beeinflußt.
Das Oberdorf gehörte mit Schrapfendorf und Hattengehau zu Thüringen und war dem Amt Creuzburg zugeordnet. Frondienste mußten jene Bauern aus dem Oberdorf noch bis 1848 in Creuzburg leisten.
Mit der Reformation wurde Schnellmannshausen trotz des Mainzischen Einspruches insgesamt evangelisch. Im Jahre 1504 trat der Pfarrer Benedikt Reiß sein Amt als letzter katholischer Pfarrer an. Er war auch der erste evangelische Prediger.
Unter dem 30 jährigen Krieg hatte Schnellmannshausen zwar viel zu leiden, aber es überstand diese Zeit. Ein teuer erkaufter Freibrief von Tylli verhinderte das schlimmste, doch da der Ort an einer alten Heerstraße liegt, wurde er bei den wiederholten Truppendurchzügen hart mitgenommen. Die Nachbargemeinden Reimannshausen, Reinboldshausen Hilpershausen und Hinterscherbda, wurden in der Folge des Krieges aufgegeben.
Am 18. Januar 1816 wurde in Schnellmannshausen endlich das Friedensfest gefeiert. Schnellmannshausen, bisher provisorisch mit dem Kreise Mühlhausen vom landrätlichen Amte zu Heiligenstadt verwaltet, wird jetzt dem Freiherrn von Hagen als dem Königlichen Landrat des Kreises Mühlhausen untergeordnet. Auch kommt es zu dem Gerichtsbezirk des jetzt errichteten Land- und Stadtgerichts in Treffurt. Die hessischen und sächsischen Rechte an der Ganerbschaft sind an Preußen gefallen. Lediglich das hessische kirchliche Patronatsrecht wird in der Chronik erwähnt.
Im Jahre 1823 wird eine Gesamtgemeindekasse errichtet und ein Gesamtgemeindeeinnehmer ernannt.
Am 1. Januar 1834 trat der Deutsche Zollverein in Kraft und es herrschte von diesem Tag an die Freiheit des Handels und des Verkehrs. Galten bis dahin in Schnellmannshausen das Treffurter und das Creuzburger Maß so wurde nun das einheitliche preußische Münz-, Maß- und Gewichtssystem eingeführt. Die bis dahin im Ort bestandene Zollgrenze wurde zum Nachteil der ansässigen Schmuggler abgeschafft.
In der Folgezeit schlugen Versuche, den Ort zu vereinen und an Preußen anzuschließen, immer wieder fehl.. Nach dem 1. Weltkrieg sollte Schnellmannshausen insgesamt zum Freistaat Thüringen wechseln. Erst im Juni 1946 wurde auf Beschluß der Thüringischen Landesregierung Schnellmannshausen thüringisch und die Grenze im Dorf wurde beseitigt. Mühlhausen ist die Kreisstadt für das vereinigte Dorf.
1952erfolgt eine Neugliederung der Verwaltungsgrenzen in der DDR. Die Länder wurden aufgelöst und Bezirke eingerichtet. Schnellmannshausen kommt zum Bezirk Erfurt und die Kreisstadt wurde nun Eisenach.
Seit 1993 ist Schnellmannshausen im Zuge der Gebietsreform ein Stadtteil von Treffurt geworden.
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