Viele Neugierige besichtigten zum Tag der offenen Tür das neue Radhotel in der Treffurter Ziddelstraße, wegen Corona über den Tag verteilt in kleinen Gruppen. Ralf Stützer und Michael König vom St. Johannisstift in Ershausen führten die Besucher durchs Haus.

Das St. Johannisstift betreibt das Hotel unter der Leitung von Herrn König als Inklusionsbetrieb. Das heißt, dass dort Menschen mit und ohne Behinderung zusammen arbeiten. Herr König ist selbst Rollstuhlfahrer und hat die Barrierefreiheit auf Alltagstauglichkeit getestet. Für Rollstuhlfahrer gibt es nicht viele solcher Angebote, besonders nicht in so einem schönen alten Gebäude. Die Hauptzielgruppe des Hotels sind Radfahrer, Wanderer, auch Wasserwanderer und Menschen mit und ohne Behinderung.

Übernachten kann natürlich jeder, der den Charme eines alten Hauses mag, das mit viel Liebe zum Detail saniert wurde. Die Zimmer sind geräumig, praktisch eingerichtet und es gibt keine Nummern an den Türen. Herr König verweist darauf, dass es Menschen mit Behinderungen gibt, die nicht lesen können. Deshalb erhalten die Zimmer Tiernamen. In einigen Zimmern wurden die Stuckdecken erhalten oder man hat alte Balken freigelegt und sichtbar gelassen. Bei so einem Gebäude ist natürlich auch der Brandschutz eine große Herausforderung. 105 Rauchmelder wurden verbaut und auch Türen und Treppen mussten entsprechend ausgerüstet werden. Um das zu proben wird in naher Zukunft eine große Feuerwehr-Übung stattfinden. Zur Verfügung stehen insgesamt 13 Zimmer. Ab November soll ein Testbetrieb anlaufen, um regulär im März zum Beginn der Radsaison gerüstet zu sein. Auf Schränke wurde verzichtet, weil die Betreiber davon ausgehen, dass Radfahrer oder Wanderer nur eine oder zwei Nächte bleiben und kein großes Gepäck haben. Es gibt genügend Stangen mit Kleiderbügeln und Ablagen. Die Übernachtung wird mit Frühstück angeboten. Die kleinen Zimmer kosten aller Voraussicht nach 55 EURO und die größeren 90 EURO pro Nacht. Im ersten Geschoss gibt es eine Küche und einen Speisesaal.

Das Radhotel hat den Namen „1601“, welcher sich auf das Erbauungsjahr des Gebäudes bezieht. Die Gäste können, falls die Rezeption nicht mehr besetzt ist, über eine Handy- App ins Hotel einchecken.
In den letzten Zügen liegen Arbeiten an der dazugehörigen Freifläche. Dort sind zahlreiche Garagen für Fahrräder und auch Parkplätze für Besucher der Treffurter Innenstadt entstanden. Durch einen Torbogen ist diese ganz leicht zu erreichen. Insgesamt sind fünf Millionen Euro investiert worden. 3,1 Millionen sind Fördermittel. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass wieder Geld in die Stadt zurück fließt. Wenn die Hotelgäste bei Bäcker und Fleischer einkaufen oder in der Gaststätte essen gehen. Auch der in der Nachbarschaft befindliche Fahrradservice wird davon profitieren.


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