Sechs Jahre ist Bürgermeister Michael Reinz (parteilos) im Amt. Nun geht seine erste Amtsperiode im Rathaus zu Ende, denn am 19. März findet erneut turnusmäßig die Bürgermeisterwahl in Treffurt statt. 

Ins Rennen geschickt wird er vom Treffurter Verein „Bürger für Bürger“. Am Mittwoch fand eine Versammlung des Vereins statt. 20 Mitglieder kamen ins Sportlerheim, um über die Bürgermeisterwahl zu sprechen.

An erster Stelle stand die Nominierung eines Kandidaten. Und da zeigten sich die Vereinsmitglieder einig: Michael Reinz wird ihr Kandidat. Das war schließlich das Resultat einer geheimen Wahl.

Vorgeschlagen wurde Michael Reinz von Günter Oßwald, dem Fraktionschef des Bürgervereins im Treffurter Stadtrat und Beigeordneter des amtierenden Bürgermeisters. Im Anschluss fand sich die Wahlkommission ein und konnte vermelden, dass alle 20 abgegebenen Stimmen gültig waren und sich einmütig für die erneute Kandidatur von Michael Reinz aussprachen. Versammlungsleiter Matthias Oßwald stellte die obligatorische Frage an Reinz, ob er die Kandidatur annehme, was der Gewählte mit einem klaren Ja beantwortete.

Michael Reinz bedankte sich für das Vertrauen und hatte auch noch einige Wünsche zu verkünden. Dass die Treffurter Bürger ihre Bereitschaft zeigen für eine hohe Wahlbeteiligung. Besonders hervorzuheben ist, dass erstmals besonders junge Wähler abstimmen können. Denn das Wahlrecht kann nun ab dem 16. Lebensjahr ausgeübt werden. „Wir müssen darum die jungen Leute motivieren, ihr Recht wahrzunehmen“, sieht Michael Reinz als eine nächste Aufgabe.

 Trotz des veränderten Wahlalters würden aber weniger Menschen ihre Stimme abgegeben können. Das sei einfach mit dem demografischen Wandel verbunden und dem allgemeinen Rückgang der Einwohnerzahlen.

Außerdem ist für Michael Reinz wichtig, dass in den nächsten Jahren eine fraktionsübergreifende Arbeit im Stadtrat zum Wohle von Treffurt weiter möglich ist und dass alle für eine neue Struktur im Zuge der Thüringer Gebietsreform offen sind.

Die begonnen Projekte will Reinz fortsetzen. Dazu gehören der Straßen- und Kanalbau im Stadtteil Großburschla, die Fortführung des Radweges von Volteroda nach Ifta und der Bau einer Fahrradpension in der historischen Innenstadt von Treffurt – in der Ziddelstraße.

Grundsatz des erneut zur Wahl antretenden Michael Reinz ist die Berücksichtigung aller Stadtteile mit verschiedenen Vorhaben. So investiert die Stadt derzeit in die Neugestaltung des „Güldenen Stiftes“ von Falken. Für Schnellmannshausen ist der Ankauf der alten Kaserne geplant, um am Ortseingang Platz für neue Vorhaben zu schaffen. Damit wird auch eine Anregung aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept umgesetzt. 

Dass die Bürger bei allen Entscheidungen mitgenommen werden und dass die Arbeit im Rathaus transparent bleibt, dies liegt Reinz ebenfalls am Herzen – seien es Einwohnerversammlungen in allen Stadtteilen oder die Information über das Heimatblatt. 

In der Gebietsreform mit der großen Variante der Eingemeindung von Ifta, Creuzburg und Mihla sieht der amtierende Bürgermeister eine Chance, für viele Jahre stabile Strukturen im Nordkreis zu schaffen. Er zeigt sich weiter offen für Gespräche mit den kleinen Gemeinden. Die Nutzung der Freiwilligkeitsphase ist für Reinz wichtig, da zusätzliches Geld für Vorhaben in Aussicht gestellt wird. Außerdem bietet ein umsichtiges, aber zeitnahes Reagieren die Gewähr, so eine Reform nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. 

Vereinsmitglieder fragten nach, ob es denn noch weitere Kandidaten gibt. Dies ist bisher nicht bekannt. Aber bis zum 3. Februar besteht noch die Möglichkeit, Kandidaturen anzumelden. 

Vereinsmitglied Thomas Graichen wollte wissen, wie man über die Kandidatur von Michael Reinz die Einwohnern informieren will. Da gibt es schon erste Vorstellungen. Michael Reinz will aber nicht zu viel Kraft und Geld in einen Wahlkampf investieren, denn die Situation vor sechs Jahren sei eine andere gewesen. Dies bestätigte auch Lutz Koscielsky. Die letzte Wahl habe für Treffurt eine historische Dimension gehabt, denn es gab zwei Kandidaten. Michael Reinz empfindet die Wahl dereinst ebenfalls als geschichtsträchtig.

 Es soll auf jeden Fall ein Prospekt erarbeitet werden mit verschiedenen Informationen. „Mir war und ist es wichtig, dass ich als Bürgermeister in meinem Amt abrechenbar bin. Das wird auch auf dem Flyer eine Rolle spielen“, stellte er in Aussicht. Am 10./11. März werden die Flyer an alle Haushalte verteilt. Dafür bittet der Verein um freiwillige Helfer.

Sollte es dennoch weitere Bewerber um das Amt des Bürgermeisters geben, dann wolle man schon stärker in die Öffentlichkeit gehen. Michael Reinz setzt darauf, dass er und seine Arbeit den Treffurtern ausreichend bekannt ist und so auch bewertet werden kann. Darum könne man sich auf einen kleinen Wahlkampf ohne großes „Tamtam und mit Hochglanz“ einigen. Das eingesparte Geld dafür sei für andere Zwecke sinnvoller zu verwenden. Dieses Vorgehen begrüßt Günter Oßwald, macht dies aber ebenfalls davon abhängig, ob es einen weiteren Kandidaten geben wird.